Zum Inhalt springen
tooly.space

Molekülbaukasten: Moleküle online in 3D bauen

Verbinde Atome an ihren einzelnen Elektronen und sieh zu, wie das Molekül von selbst seine räumliche Form annimmt.

Tool wird geladen …

Ohne Gewähr. Beim Umgang mit Gefahrstoffen gelten die Sicherheitsdatenblätter und die geltenden Vorschriften.

So funktioniert's

  1. Loslegen. „Loslegen“ öffnet den Baukasten im Vollbild; mit der Maus geht es auch hier in der Seite. Auf leerer Bühne zeigt dir die erste Aufgabe den ersten Handgriff, mit „Frei bauen“ baust du ohne sie.
  2. Atom nehmen. Wähl unter „Atome“ ein Atom eines der zwölf Elemente, etwa ein Wasserstoff-, Kohlenstoff- oder Sauerstoffatom; es zeigt seine Außenelektronen als Punkte.
  3. An ein einzelnes Elektron setzen. Setz das Atom an einen gelben Punkt eines anderen Atoms: Es rastet ein, und aus zwei einzelnen Elektronen wird ein gemeinsames Elektronenpaar.
  4. Form ansehen und Modell wechseln. Dreh die Bühne und sieh, wie sich die Elektronenpaare nach dem EPA-Modell anordnen. Am Modell-Chip wechselst du zu Kugel-Stab oder Kalotten; die Valenzstrichformel deines Baus steht in der Info.
  5. Stoffkarte lesen und sammeln. Baust du das Modell eines Stoffs aus dem Katalog, nennt die Info seinen Namen, die Stoffkarte zeigt Eigenschaften und Sicherheit, und der Stoff kommt in deine Sammlung.
  6. Mit „Link teilen“ oder als Datei sichern. Der Link trägt Sammlung, gelöste Aufgaben und Bühne; unter „Mehr“ speicherst du alles als Datei und öffnest sie später wieder.

Hintergrund

Im Molekülbaukasten verbindest du Atome an ihren einzelnen Elektronen. Daraus folgt alles Weitere: welche Bindungen entstehen, welche räumliche Form das Molekül annimmt und welcher Stoff aus solchen Molekülen besteht. Die Begriffe sind die des Chemieunterrichts, von der Elektronenpaarbindung über das EPA-Modell bis zur Valenzstrichformel.

Elektronenpaarbindung: Bindungen aus einzelnen Elektronen

Im Baukasten bringt jedes Atom seine Außenelektronen mit, gezeichnet wie in der Lewis-Schreibweise: ein Kohlenstoffatom mit vier einzelnen Elektronen, ein Sauerstoffatom mit zwei einzelnen Elektronen und zwei freien Elektronenpaaren, ein Wasserstoffatom mit einem einzelnen Elektron. In diesem Baukasten entsteht eine Bindung zwischen zwei Atomen nur, wenn beide noch ein einzelnes Elektron haben; sie verbraucht von beiden je eines. Aus den beiden Elektronen wird ein gemeinsames Elektronenpaar, eine Elektronenpaarbindung, auch Atombindung oder kovalente Bindung genannt. Eine Doppelbindung sind zwei gemeinsame Paare, eine Dreifachbindung drei. Die Oktettregel ist eine Faustregel: Im Molekül hat ein Atom außer Wasserstoff meist acht Elektronen um sich. Atome der 2. Periode haben nie mehr als acht.

Räumlicher Bau nach dem EPA-Modell

Die Elektronenpaare um ein Atom, gebundene wie freie, stoßen sich ab und weichen sich so weit wie möglich aus; daher der Name Elektronenpaarabstoßungsmodell, kurz EPA-Modell. Eine Doppel- oder Dreifachbindung zählt dabei als eine Richtung. Zwei Richtungen ergeben gestreckt, drei flach und vier tetraedrisch. Freie Elektronenpaare beanspruchen mehr Raum als Bindungen und drücken die Winkel zusammen: Ohne freies Paar beträgt der Winkel im Methanmolekül gemessen 109,5°, mit einem im Ammoniakmolekül 106,7°, mit zweien im Wassermolekül 104,5°. So entsteht beim Bauen an jedem Atom von selbst die Form, die das EPA-Modell vorhersagt. Erkennt der Baukasten ein Molekül mit Messwerten, nimmt es zusätzlich seine gemessenen Bindungswinkel und Bindungslängen an.

Kugel-Stab-Modell, Kalottenmodell und Valenzstrichformel

Was du auf der Bühne siehst, ist ein Molekülmodell, und es trägt sein Etikett. Das Kugel-Stab-Modell mit Außenelektronen zeigt, welche Atome verbunden sind, in welchen Winkeln, und die Außenelektronen als Punkte. Es zeigt nicht die wahre Größe der Atome. Bindungen sind keine Stäbe, sondern gemeinsame Elektronenpaare; Elektronen sitzen nicht als Punkte am Atom. Das Kalottenmodell zeigt ungefähr den Raum, den das Molekül einnimmt, aber nicht die Bindungen. Die Valenzstrichformel zeigt Bindungen und freie Elektronenpaare als Striche, aber nicht den räumlichen Bau. Auch die Farben sind Vereinbarung, denn Atome haben keine Farbe.

Teilchen und Stoff

Ein Wassermolekül ist ein Teilchen; Wasser ist ein Stoff aus unvorstellbar vielen davon. Wassermoleküle sind aus Wasserstoff- und Sauerstoffatomen aufgebaut. Ob ein Stoff fest, flüssig oder gasförmig ist, gehört zum Stoff und nicht zum einzelnen Teilchen; der Zustand hängt von den Kräften zwischen den Teilchen, von Temperatur und Druck ab. Deshalb zeigt die Bühne das Teilchen und die Stoffkarte die Eigenschaften des Stoffs.

Woher die Werte stammen

Gemessene Bindungswinkel und Bindungslängen stammen aus der Datenbank NIST CCCBDB, Schmelz- und Siedetemperaturen und die Einstufung der Gefahren vor allem aus PubChem; alle Quellen stehen unten. Ohne Messwert nennt der Baukasten nur die Grundform und den Idealwinkel des EPA-Modells, nie eine Zahl, die aus dem 3D-Bild gelesen wäre. Bei Stoffen, an denen ein Schulmodell an seine Grenze kommt, sagt er es: Das Schwefelwasserstoffmolekül sollte nach dem EPA-Modell ähnlich gewinkelt sein wie das Wassermolekül, gemessen sind aber 92,1°. Seine Stoffkarte trägt deshalb die Marke „Modellgrenze“.

Aufgaben und Sammlung

Zehn Aufgaben führen vom Wassermolekül über das Ammoniak- und das Methanmolekül bis zu Isomeren, also Stoffen mit gleicher Summenformel und verschieden gebauten Molekülen. Wer lieber frei baut, findet die Aufgaben jederzeit unter „Aufgaben“. Die Sammlung hat Plätze für 45 Stoffe, nach Familien geordnet; baust du das Modell eines Stoffs aus dem Katalog, kommt der Stoff hinzu. Erli, das kleine Maskottchen, gibt Hinweise im passenden Moment und lässt sich in den Einstellungen ausblenden. Es gibt keine Punktwertung und keinen Zeitdruck.

Beispiele

  • Wassermolekül

    Ein Sauerstoffatom mit zwei Wasserstoffatomen: Die zwei freien Elektronenpaare machen das Molekül gewinkelt.

    Ergebnis Wassermolekül

  • Ethanol und Dimethylether

    Zwei Stoffe, eine Formel: Beide Moleküle haben die Summenformel C₂H₆O, aber ihre Atome sind anders verknüpft.

    Ergebnis Dimethylethermolekül, Ethanolmolekül

  • Ethenmolekül

    Zwei Kohlenstoffatome mit einer Doppelbindung: Um die Doppelbindung dreht sich nichts, das Molekül ist flach.

    Ergebnis Ethenmolekül

Häufige Fragen

Wie viele Bindungen geht ein Atom ein?

In diesem Baukasten so viele, wie es einzelne Elektronen hat; eine Doppelbindung zählt doppelt. Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom und Iod sind einbindig, Sauerstoff und Schwefel zweibindig, Stickstoff dreibindig, Kohlenstoff vierbindig. Ist ein Molekül im Baukasten fertig, hat jedes Atom außer Wasserstoff acht Elektronen um sich. Das beschreibt die Oktettregel, eine Faustregel: Atome der 2. Periode haben nie mehr als acht Elektronen um sich; Atome ab der 3. Periode können auch mehr Bindungen eingehen, das zeigt der Baukasten noch nicht. Helium-, Neon- und Argonatome haben kein einzelnes Elektron; sie gehen unter Alltagsbedingungen keine Bindungen ein.

Woher weiß ich, welche räumliche Form ein Molekül hat?

Gemessen wird sie etwa mit Spektroskopie; vorhersagen lässt sich die Grundform mit dem EPA-Modell. Zähl dazu an einem Atom die Richtungen: jeden Bindungspartner und jedes freie Elektronenpaar je einmal; eine Doppel- oder Dreifachbindung zählt als eine Richtung. Nach dem EPA-Modell weichen sie sich so weit wie möglich aus. Zwei Richtungen ergeben gestreckt, drei flach, vier tetraedrisch. Benannt wird die Form nach den Atomen allein: Bei vier Richtungen mit einem freien Paar heißt sie pyramidal, mit zwei freien Paaren gewinkelt, bei drei Richtungen mit einem freien Paar ebenfalls gewinkelt. Im Baukasten nimmt jedes Molekül diese Form beim Bauen von selbst an.

Warum ist das Wassermolekül gewinkelt und nicht gestreckt?

Am Sauerstoffatom sitzen zwei Bindungen und zwei freie Elektronenpaare, zusammen vier Richtungen. Nach dem EPA-Modell ordnen sich die vier Elektronenpaare tetraedrisch an. Benannt wird die Form nach den Atomen allein, und die drei Atome liegen im Winkel: Das Wassermolekül ist gewinkelt. Freie Paare beanspruchen mehr Raum als Bindungen; deshalb ist der Winkel H–O–H mit gemessen 104,5° kleiner als die 109,5° des Tetraeders.

Was ist der Unterschied zwischen Valenzstrichformel und räumlichem Bau?

Die Valenzstrichformel, auch Lewis-Formel genannt, zeigt, welche Atome verbunden sind: Bindungen als Striche, freie Elektronenpaare als Striche am Atom. Den räumlichen Bau zeigt sie nicht; die Winkel auf dem Papier sind nicht die echten. Im Baukasten musst du sie nicht zeichnen: Die Info zeigt die Valenzstrichformel deines Baus, den räumlichen Bau siehst du daneben in 3D.

Wie können zwei Stoffe dieselbe Summenformel haben?

Die Summenformel zählt nur die Atome, nicht, wie sie verknüpft sind. Ethanol und Dimethylether haben beide die Summenformel C₂H₆O: Im Ethanolmolekül sitzt das Sauerstoffatom am Ende, hinter den beiden Kohlenstoffatomen, im Dimethylethermolekül zwischen ihnen. Solche Stoffe heißen Isomere. Nur Ethanolmoleküle bilden untereinander Wasserstoffbrücken; deshalb siedet Ethanol erst bei 78,2 °C, Dimethylether schon bei −24,8 °C.

Brauche ich ein Konto, und wird mein Fortschritt gespeichert?

Ein Konto brauchst du nicht: Der Molekülbaukasten läuft kostenlos in deinem Browser, und was du baust, bleibt auf deinem Gerät. Gespeichert wird nichts von selbst. Mit „Link teilen“ legst du einen Link in die Zwischenablage, der Sammlung, gelöste Aufgaben und Bühne trägt; unter „Mehr“ sicherst du dasselbe als Datei. Öffnest du Link oder Datei, ist alles wieder da.

Quellen

  1. Cordero und andere 2008: Kovalenzradien (Größe der Kugeln)
  2. Pyykkö und Atsumi 2009: Kovalenzradien (Bindungslängen)
  3. CIAAW: Atommassen der Elemente
  4. PubChem (mit HSDB und der Einstufung nach CLP Anhang VI): Zustand, Schmelz- und Siedetemperaturen, Einstufung der Gefahren
  5. NIST Chemistry WebBook: Abgleich einzelner Phasenübergänge
  6. NIST CCCBDB: gemessene Bindungslängen und Winkel
  7. OpenStax Chemistry 2e, Kapitel 7: Elektronenpaarbindung, Lewis-Formeln, Oktettregel, EPA-Modell

Ähnliche Tools

Zuletzt geprüft am Fehler melden